*Buchrezension* Bevor ich gehe. Eine sterbenskranke Mutter nimmt Abschied vom Leben.

Susan Spencer-Wendel, Bevor ich gehe

Als Susan Spencer-Wendel mit 44 Jahren im Juni 2011 die ärztliche Bestätigung bekommen hatte, dass sie nun definitiv ALS (eine neuromuskuläre Erkrankung, bei der die für die Muskelbewegungen zuständigen Nerven absterben und daraufhin der Muskel verkümmert und stirbt.)hat, konnte sie ihre Enttäuschung nicht mehr zurückhalten. Doch noch am selber Abend entschied sie sich aus ihrer verbleibenden Zeit als Gerichtsreporterin, 3-fach Mutter, Ehefrau, Freundin und Frau das Beste daraus zu machen und schrieb unter anderem das Buch "Bevor ich gehe".

„Bevor ich gehe“

Für meine Kinder – Eine sterbenskranke Mutter nimmt Abschied vom Leben

Susan Spencer-Wendel, Bevor ich gehe

Bild und Buch zur Verfügung gestellt von www.randomhouse.de

Autorin: Susan Spencer- Wendel
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-60331-8

Originalausgabe erschien 2013 bei HarperCollins Publishers, NYC, USA, unter dem Titel Until I Say Good-Bye: My Year of Living with Joy.
Deutsche Erstausgabe, 2013, Titel Bevor ich gehe: Erinnerungen für eine Zukunft ohne mich.

 

Das Leben eben so nehmen wie es kommt.

Keinem wünscht man miterleben zu müssen, wie die eigenen Kinder vor einem sterben oder dass noch schulpflichtige Kinder sich langsam von einem Elternteil für immer verabschieden müssen. Bei Susan traf leider beides zu.
Doch anstatt dabei in ein tiefes Loch zu fallen, beschloss sie, in der kurzen Zeit, die sie noch zur Verfügung hatte, zu reisen und natürlich ein Buch über ihr Schicksal zu schreiben.
Obwohl jede einzelne Reise ihren physischen Zustand verschlimmerte, bestand sie darauf mit jeder ihr wichtigen Person eine Reise zu machen mit dem Ziel für die zurückbleibende Person eine schöne, gemeinsame Erinnerung zu erschaffen. Es kam sogar dazu, dass Susan ihre leibliche Mutter und die Verwandtschaft ihres leiblichen Vaters kennenlernte und auch Zeit mit ihnen verbrachte. Somit konnte sie sicher sein, dass die Krankheit nicht vererbbar war.

Bewundernswert

All diese Geschichten über die Reisen und Begegnungen tippte sie fast hauptsächlich nur mit dem rechten Daumen ins Smartphone ein, da der Rest der Handmuskulatur schon verschwunden war und auch ihre Mundmuskulatur schwächelte. Was für ein starker Wille!
Ich bewundere auch den Ehemann, der wirklich sein Ehegelübte eingehalten hatte und hoffe, dass es im heute, 3 Jahre nach Susan’s Tod, gut geht und sich neu orientieren konnte.

Ihre (bei mir hängengebliebene) Botschaft

Mit dieser wahren Geschichte wollte Susan Spencer-Wendel niemandem weh tun, sondern die Lebenden erinnern, dass man jeden Tag leben und lieben sollte und das Beste daraus macht! Ausserdem konnte sie ihren Hinterbliebenen genug lang mitteilen, wie ihre Beerdigung sein soll, wer was bekommen würde und alle finanziell absichern.

Hast du dir dazu auch schon einmal Gedanken gemacht und diese schriftlich festgehalten? Wir wissen alle, dass es für die Hinterbliebenen leichter wird, wenn es im Voraus festgehalten wurde, aber trotzdem wird es gerne verdrängt. Wer denkt schon gerne ans Sterben?! Doch manchmal ist der Tod schneller da als einem lieb ist.

Oder hast du dir schon einmal eine Liste gemacht mit all den Dingen, die du in deinem Leben unbedingt einmal machen willst?!?
Wenn nicht, dann los jetzt und beginne sie zu erfüllen.
Falls du schon eine hast: Was steht als nächstes an?!?

Und mein letzter Input, den ich aus ‚Bevor ich gehe‘ entnommen habe: Welche bleibende Momente hast du mit deinen Liebsten in eure Gedächtnisse gepflanzt? Diese Momente müssen gar nicht viel kosten, finde ich.

 

Wie liest sich ‚Bevor ich gehe‘?

Ich mag True Stories und obwohl das Buch ein rechter Schinken ist, ist man schnell durch. Als Journalistin hat Susan gelernt, wie man interessant und knapp schreibt. Und da vor allem ihre Botschaft in der heutigen Leistungswelt so wichtig ist, empfehle ich das Buch gerne weiter.

Liebe Grüsse

Victoria

 

 

 

 

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