Wenn Geschwister streiten – Lösungswege die funktionieren – Buchrezension *Werbung*

Hilfe, meine Kinder streiten sich immer

Deine Kinder streiten sich nur noch und du fragst dich vielleicht, ob bald wieder Vollmond ist. Aber dem Vollmond kann man leider nicht immer die Schuld zuweisen und dann zweifelt man vielleicht an seinem eigenen Erziehungsstil oder fragt sich, ob das einte Kind eben doch Recht hatte und wiedermal benachteiligt wurde und so weiter. Zwei Autorin sind dem menschlichen Problem auf den Grund gegangen und verraten ihre Lösungswege.

Vor den Sommerferien war es bei uns zu Hause wieder total extrem und ich fragte mich als Einzelkind, was ich nur falsch gemacht habe und nun reagieren soll, wenn sich die Geschwister streiten?! Da kam mir das folgende Buch total gelegen:

Wenn Geschwister streiten – Lösungswege die funktionieren.

Starke Eltern - starke Kinder

Autorinnen: Christine Kaniak – Urban/ Andrea Lex – Kachel
Verlag: Kösel
ISBN: 978-3-466-30695-4

Das Buch ist in 4 Kapitel aufgeteilt:

1. Kapitel: Über den besten Platz in Mamas und Papas Herzen
2. Kapitel: Die Individualität meiner Kinder erforschen
3. Kapitel: Geschwisterstreit kompetent begegnen
und 4. Kapitel: Als Familie überleben.

In jedem Kapitel gibt es Beispiele von Fällen, die oft in ihren Beratungspraxen gelöst werden müssen. Im Buch werden sie in Textform oder auch als Comic vorgestellt, um die bisherige IST Vorgehensweise mit dem vorteilhafteren SOLL Verhalten bildlich vergleichen zu können.
Hintergrundwissen aus der psychologischen Forschung lassen Entwicklungsschritte unserer Kinder einfacher verstehen.
Und abschliessende Übungen lassen den eigenen Handlungsspielraum erweitern.

Welche Inhalte aus „Wenn Geschwister streiten“ haben mich persönlich bestärkt?

– Stärken an die Macht

Ist es nicht so, im Kritik, Ermahnungen und Tadel aussprechen sind wir blitzschnell. Oft ist uns gar nicht bewusst, was diese Berieselung von negativen Äusserungen beim Gegenüber bewirken kann. Kinder bis ca. 9 Jahre verstehen zum Beispiel vom Satz „Verhalte dich nicht so dumm!“ die Äusserung „Du bist dumm“. Das Kind denkt somit, dass es nichts wert ist, dass es nicht geliebt wird, dass die anderen Geschwister bevorzugt werden. Der Teufelskreis von negativem Auffallen, Kritik einheimsen, sich wertlos fühlen, negativem Auffallen,… macht seine Runden.
Die Möglichkeit diesen Kreis zu durchbrechen erreicht man, indem man sich einmal die Mühe macht alle positiven Taten, Fähigkeiten und Stärken dieser Person zu notiert und ab dann den Fokus darauf zu legt, das Kind mit diesen Erkenntnissen zu berieseln respektive das Kind zum Beispiel im Haushalt genau dort einzusetzen, wo es gut darin ist. Denn das was man gut kann, macht man meistens auch gern.
Beim Loben muss man aber darauf achten, dass es
1. echt ist.
2. das Lob nicht mit etwas Negativem beendet wird.
3. das Kind mit seinen Stärken nicht in eine Schublade wirft und
4. Die Stärken nicht benutzt, um offensichtlich die Geschwistern zu vergleichen und dabei versucht sie zu erpressen.

Echt eine herausfordernde Aufgabe für jeden. Aber sie macht Sinn, ob bei jung oder alt.

– Eigene Kindheit analysieren

Eigentlich auch ein sehr wichtiger Punkt, denn wir Handeln nach selbst Erlebtem und Gelerntem. (Ausser es war so extrem, dass wir unser Leben unseren Kindern NIE wünschen würden und ihnen deshalb wahrscheinlich genau das Gegenteil vorleben werden.)

– Die Wolfs- und Giraffensprache

Mit diesen zwei Sprachtechniken wird einem erklärt, wie man eine für sich störende Situation dem Gegenüber wertschätzend oder eben nicht mitteilen kann.

– Die Fenstertechnik

Mit dieser Technik konditioniert man gezielt eingefahrene Stressmomente weg.

– Und zu guter Letzt werden die verschiedenen „Räume“ des Familienhauses erklärt und vorgeschlagen, wie man diese pflegen sollte, damit der Haussegen möglichst friedlich und gerade bleibt.

Mein Feedback zum Buch „Wenn Geschwister streiten“.

Als Einzelkind fand ich das Buch recht interessant im Hinblick, was ich damals alles verpasst habe (oder eben nicht.) 😉 Gleichzeitig kam ich zur Erkenntnis, dass aufgrund, dass ich als Kind (und leider heute auch noch) immer die volle Aufmerksamkeit hatte und mir viel materielle Wünsche erfüllt werden konnten, ich diesen Standard meinen Kids weitergeben möchte und mich dadurch selbst unter Stress setze.
Nicht allen Inputs im Buch konnte ich zustimmen und für gut erklären. Klar meine Erziehungseinstellung muss nicht dieselbe sein, wie die der Autorinnen.
Aber im Grossen und Ganzen lohnt es sich das Buch zu lesen und die Übungen und Techniken einmal auszuprobieren. Diese können nämlich nicht nur bei Geschwisterstreit, sondern auch wenns in der Partnerschaft nicht mehr rosig läuft, weiterhelfen.

Wie bist du in deiner Kindheit mit deinen Geschwistern ausgekommen? Wie gehst du heute mit deinen Kindern um, wenn „non stop“ gestritten wird? Pflegt ihr dazu Hausregeln?

 

admin

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