Geschwister als Team – Ideen für eine starke Familie. *Buchrezension*

Hast du dich auch schon einmal (oder besser öfters) gefragt, warum sich deine Kinder untereinander nicht einfach vertragen können?
Warum sie sich wegen jedem „Pipifax“ angiften müssen?!?
Ob du in der Erziehung irgendetwas so dermassen falsch gemacht hast oder es einfach temperamentvolle Kinder sind?!

 

Ja? Dann herzlich willkommen im Club der ratsuchenden Mamis (auch Papis dürfen mitlesen.)

Das Mantra ‚Alles nur eine Phase‘ gibt uns zwar oft einen kleinen Hoffnungsschimmer, aber der hält leider nie lange an.
Ok, Meinungsdifferenzen gibt es im Leben, denn das bedeutet in erster Linie ja eigentlich, dass sich die beiden Parteien wahrnehmen, achten und auf den Output des Gegenübers reagieren. Demzufolge ist unser zu Hause ein sicheres Lernfeld, um sich soziale Kompetenzen anzueignen und zu festigen.
Aber es muss doch noch einen angenehmeren Weg geben, der diesen Lernprozess für alle Familienmitglieder erträglich macht?!

Nicole Schmidt meint ihn zu kennen und fasste deshalb alle ihre Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien und aus eigener Praxis in ihr neustes Buch der artgerecht-Reihe namens:

„Geschwister als Team“

Ideen für eine starke Familie

Autorin: Nicole Schmidt
Verlag: Kösel Verlag
ISBN: 978-3-466-31104-0

Die Autorin möchte damit nicht noch einen weiteren Erziehungsratgeber mit Bedienungsanleitungen für Erziehungsverantwortliche anbieten, sondern die Verantwortlichen (wieder) nur an die „Basics“ erinnern. Denn unsere Lebenssituationen, Familienkonstellationen und Charaktere sind so verschieden, dass ein einziges Erziehungsrezept nichts bringen bzw. sogar kontraproduktiv wäre.

Mittels ihrer sechs Bausteine, welche folgende sind:

  1. Verstehen, was jedes Kind braucht
  2. Phasen der Geschwisterbeziehung nutzen können
  3. Rollenverteilung verstehen & Problemkinder vermeiden
  4. Wie man lernt Konflikte zu lösen
  5. Wie Geschwister lernen, zu sich selbst zu finden
  6. Wie man ein Team werden kann

motiviert sie die Leser, die verzwickte Lage aus einer andere Perspektive anzuschauen.

Denn wie der Familientherapeut Jesper Juul schreibt: „Wenn Eltern frustriert über die Beziehung zu ihren Kindern sind, ist das niemals die Schuld der Kinder.“
Quelle: Geschwister als Team, N. Schmidt, S.215

 

Wir müssen also an uns selbst arbeiten und in uns (noch mehr) den Willen entwickeln, dem Gegenüber (hier dem Kind) mit aufmerksamer Interesse zu begegnen.

Das heisst zum Beispiel:

Qualitytime schenken, aber richtig.

Sich während diesem Zeitfenster voll und ganz dieser einen Person widmen. Eigene Gedanken, ‚to do‘-Listen und ablenkende Geräte ins Nirvana verbannen und totalen Fokus auf die betreffende Person legen.

Sich selbst unter Kontrolle behalten.

Mittels Körperwahrnehmungsübungen,
Achtsamkeitstraining und mehr Selbstliebe.

Die Liebe besiegt jeden Groll.

Kinder sind Spezialisten im Verzeihen. Versuchen wir es ihnen nach zu machen. 😉
Falls aber keine Umarmung, kein Knuddeln oder Kuss mehr erlaubt wird (da es zum Beispiel zu peinlich ist), hilft auch die wiederholte Mitteilung, dass man sein Gegenüber liebt/ gern hat und jederzeit für sie/ihn da ist.

Das war ein ‚Sneak peek‘ der ‚Dos‘ aus dem zweitletzten Kapitel: Dos & Don’ts.

Die Don’ts kennen wir ja eigentlich auch schon alle und trotzdem sind sie schneller angewendet als uns eigentlich lieb ist.
Oder hast du deine Kinder noch nie untereinander oder mit anderen Kindern verglichen?
In Streitereien Partei ergriffen und/oder bist du noch nie laut geworden? Also ich habe mich leider in jedem ‚Don’t‘ ertappt, aber wir Mamis sind eben auch nur Menschen und versuchen unser Bestes.

Deshalb bietet das Buch ‚Geschwister als Team‘ zu guter Letzt ein paar Impulse und einfach umzusetzende Übungen für eine freiwillige und anonyme Weiterbildung. 😉

 

Mein Fazit zum Buch ‚Geschwister als Team‘

Ich finde das Buch vor allem deswegen lesenswert, weil Nicole Schmidt darin an jede Familienkonstellation
( ‚Bilderbuch- Familien, Familien mit Mehrlingen, Patchwork-Familien, Familien mit einem beeinträchtigten Kind und Familien mit stillgeborenen Geschwistern.) und jede Entwicklungsphase des Kindes gedacht hat.
Ausserdem regt sie den Leser dazu an, seine eigene Kindheit zu analysieren, denn diese Prägung hat natürlich auch Einfluss auf den aktuell angewendeten Erziehungsstil und Lebenseinstellung.

Wer seine Macken erkannt hat, kann sie ändern.

😉 Amüsant fand ich, dass wir oft den Studienergebnissen nicht entsprachen. Also z.B. dass sich Geschwister mit grösserem Altersabstand besser vertragen als die mit kleinerem Abstand. Da ich Statistiken aber sowieso nicht mag, freute ich mich über ihre Denkanstösse und Inputs, welche mich immer wieder gleich motivierten es praktisch im eigenen Heim umzusetzen. Deshalb ist es für mich ein Buch mit wertvollen Ansätzen, welches schon in der Schwangerschaft oder auch erst, wie bei mir, dann wenn’s brennt, gelesen werden kann.

Hiermit danke ich dem Kösel Verlag für die kostenlose Zusendung des Buches gegen eine unbezahlte Rezension dazu meinerseits.

Kennst du das Buch schon? Oder hast du die Vorgänger der artgerecht- Reihe von Nicole Schmidt schon gelesen? Was ist dir davon geblieben und möchtest es uns ans Herzen legen?

Victoria

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